Schülerzahlen und Unterrichtsversorgung
Die Schülerzahlen in Sachsen‑Anhalt gehen erstmals zurück, besonders an Grundschulen. Bis 2040 wird ein deutlicher weiterer Rückgang erwartet. Langfristig führt dies zu einer Entspannung des Lehrkräftemangels – zunächst in Grundschulen und Gymnasien, später auch in Sekundar- und Förderschulen. Kurz- und mittelfristig bleibt die Unterrichtsversorgung jedoch herausfordernd und erfordert weiterhin zusätzliches Engagement der Lehrkräfte. Bildungsminister Jan Riedel dankt ausdrücklich für jede freiwillige Zusatzstunde.
Entlastungen für ältere Lehrkräfte
Angesichts des demografischen Wandels erweitert das Ministerium ab dem Schuljahr 2026/27 die Altersermäßigung:
- ab 60 Jahren: 1 Abminderungsstunde
- ab 62 Jahren: 2 Abminderungsstunden
- ab 65 Jahren: 3 Abminderungsstunden
Zudem werden ältere Lehrkräfte verstärkt über die WELTENRETTER‑Kampagne angesprochen, um ihre Expertise länger im Schuldienst zu halten.
Qualifizierung im Seiteneinstieg
Seit 1. April 2026 läuft die Pilotphase einer umfassend überarbeiteten Seiteneinstiegsqualifizierung. Kernpunkte sind ein einjähriges Programm mit festem wöchentlichen Qualifizierungstag, fachdidaktischen Modulen, flexiblem Einstieg sowie ein zweiwöchiges Onboarding mit Präsenz‑, Digital‑ und Praxiselementen.
Flexibles Personalbudget
Schulen können weiterhin ein flexibles Personalbudget nutzen, um externe Kräfte für AG‑Leitung, Hausaufgabenhilfe, Projekte, unterrichtsbegleitende Tätigkeiten oder innovative Unterrichtsmodelle einzusetzen. Ziel ist die Entlastung des Systems und der Ausbau individueller Förderangebote.
Ausweitung der Praxislerntage (PLT)
Sekundar‑, Gemeinschafts‑, Gesamt- und Förderschulen wurden zur Teilnahme an erweiterten Praxislerntagen eingeladen. Diese stärken regionale Kooperationen mit Betrieben und bereiten Schülerinnen und Schüler praxisnah auf Ausbildung und Beruf vor. Unterstützung bieten das LISA mit einer eigenen Arbeitsstelle sowie die neue Personalkategorie „pädagogische Unterrichtshilfen“. Das Ministerium steht hierzu im engen Austausch mit Kammern und Wirtschaftsverbänden.
vbe-redaktionsteam





