Über 500 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes demonstrierten in Magdeburg für faire Bezahlung, bessere Perspektiven und Entlastung im Rahmen der Einkommensrunde.
Die zweite Tarifrunde zum TV-L, welche am 15. und 16. Januar 2026 in Potsdam stattfand, blieb ergebnislos. Die Arbeitgeberseite hat, ohne konkrete Zahlen zu nennen, Erhöhungen von knapp über der Inflationsrate bei einer Laufzeit von 29 Monaten in den Raum gestellt, wobei es für das Jahr 2025 Nullmonate geben soll.
Faire Bezahlung ist entscheidend
Ulrich Stock, Landesvorsitzender des dbb sachsen-anhalt, kritisierte die Haltung der Länder deutlich: „Attraktivität eines Arbeitgebers beginnt bei der Entlohnung.“ Die häufig vorgebrachte Argumentation der Arbeitgeber wies er zurück: „Die Länder argumentieren oft mit der Sicherheit der Arbeitsplätze. Sicherheit zahlt aber keine Rechnungen.“
Rita Mölders, stellvertretende Bundesvorsitzende des Arbeitsbereichs Tarifpolitik im Verband Bildung und Erziehung (VBE): „Wir sind mit einer klaren Erwartungshaltung in die 2. Verhandlungsrunde gegangen, konnten jedoch nicht erkennen, dass die Arbeitgebenden der Länder ihrer Verantwortung für einen leistungsfähigen und attraktiven öffentlichen Dienst gerecht werden. Wertschätzung sieht anders aus! Jetzt, wo es gilt, den Beschäftigten in den Kindertageseinrichtungen und Schulen den Rücken zu stärken, fehlen echte Zusagen. Wir müssen unseren Forderungen Nachdruck verleihen und unmissverständliche Signale an die Arbeitgebenden senden. Daher wird weitergekämpft, mit guten Argumenten am Verhandlungstisch und mit bundesweiten Warnstreiks und Kundgebungen. Die Beschäftigten verdienen Respekt und Anerkennung für ihre Leistungen und das muss sich durch eine deutliche Einkommenssteigerung auch zeigen.“
Maik Wagner, stellvertretender dbb Bundesvorsitzender und Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Sozialversicherung (GdS), machte deutlich, welche Erwartungen die Beschäftigten an die Arbeitgeberseite haben: „Wir erwarten zu Recht ein wertschätzendes Angebot.“ Zugleich betonte er die besondere Verantwortung der Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst: „Wir sorgen 365 Tage im Jahr für Sicherheit in unserem Land.“ Wagner unterstrich außerdem die Bedeutung attraktiver Rahmenbedingungen: „Der öffentliche Dienst in Sachsen-Anhalt muss ein attraktiver Arbeitgeber bleiben.“
Hintergrund: Von den Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sind etwa 3,5 Millionen Beschäftigte betroffen: Direkt ca. 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte der Bundesländer (außer Hessen), indirekt ca. 1,4 Millionen Beamtinnen und Beamte der entsprechenden Länder und Kommunen sowie rund eine Million Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger. Eine dritte Verhandlungsrunde ist für den 11. bis 13. Februar 2026 vereinbart.




