forsa-Umfrage „Welche Kenntnisse müssen im digitalen Zeitalter in Schule prioritär vermittelt werden?“

„71 Prozent der Bevölkerung sind der Meinung, dass die Vermittlung von Werten in Schule in den nächsten 10 Jahren deutlich wichtiger wird. Und immer noch 59 Prozent denken, dass es deutlich wichtiger wird, dass sich Schülerinnen und Schüler mit ethischen Fragen der Digitalisierung auseinandersetzen. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen damit eindrucksvoll, dass die Gesellschaft davon überzeugt ist, dass Werte auch in Zeiten der Digitalisierung weiter relevant sind – und es umso wichtiger wird, sie in Schule zu vermitteln. Schon mit unserer Umfrage zur Werteerziehung im November 2018 konnten wir die Relevanz dieses Themas aufzeigen. Damit es in Schule angemessenen vermittelt werden kann, braucht es aber mehr Zeit und die Möglichkeit, Werte erlebbar zu machen, zum Beispiel durch partizipative Projekte“, sagte Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), am Samstag bei dem VBE Forum mit dem Fokus Digitalisierung. Diese Veranstaltung ist Teil der Bundesversammlung, dem höchsten Entscheidungsgremium des VBE.

Hier stellte Beckmann exklusiv die Ergebnisse einer vom VBE Bundesverband bei forsa in Auftrag gegebenen Blitz-Umfrage vor. Dafür haben Mitte November 1.001 Personen für die folgenden Kenntnisse auf einer Skala eingeschätzt, ob diese in den nächsten zehn Jahren „deutlich wichtiger“ bis „deutlich weniger wichtig“ werden: Allgemeinwissen, Werte, grundlegende Kenntnisse im Umgang mit digitalen Medien, fortgeschrittene Kenntnisse im Umgang mit digitalen Medien und die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen der Digitalisierung.

Ältere (60 Jahre und älter) schätzen die Zunahme der Relevanz von Wertevermittlung sogar noch um zehn Prozentpunkte höher ein (81 Prozent), doch Sie geben auch öfter an, dass die Vermittlung von Allgemeinwissen deutlich wichtiger wird (52 Prozent). Personen mit Kindern im Haushalt geben nur zu 64 Prozent an, dass die Vermittlung von Werten deutlich wichtiger wird (im Gegensatz zu 71 Prozent Gesamtbevölkerung). Beckmann kommentiert: „Das sind immer noch sehr hohe Zustimmungsraten, aber es kann darauf hindeuten, dass Eltern sich natürlich auch ihrer eigenen Verantwortung bewusst sind, Werte zu vermitteln.“

Interessant ist auch, dass Personen mit geringerem Bildungsabschluss eher dazu neigen, eine deutlich steigende Relevanz der Vermittlung von Kenntnissen zu attestieren. Sie liegen mit ihren Einschätzungen 5 bis 16 Prozentpunkten über denen der Gesamtbevölkerungsstichprobe. Dies zeige, so Beckmann, dass ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Bedeutung von Bildung vorliege: „Bildung ist der Schlüssel für die Teilhabe und Teilnahme an der Gesellschaft. Wer selbst keinen hohen Bildungsabschluss erreichen konnte, scheint interessierter daran zu sein, dass das Bildungssystem Kinder und Jugendliche optimal auf die Zukunft vorbereitet. Damit das mit individueller Förderung gelingt, kämpft der VBE für bestmögliche Gelingensbedingungen in den Schulen.“