Der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, kommentiert die soeben vorgestellten Beschlüsse der Konferenz von Bund und Ländern.

Gesundheitsschutz

Wer Bildung priorisiert, muss auch den Schutz des dafür zuständigen Personals priorisieren. Dafür ist für uns ein umfassendes Maßnahmenpaket unabdingbar. Zum einen braucht es die Ausweitung der Teststrategie mit jederzeit verfügbaren PCR-Tests und optimierten, unkompliziert und trotzdem sicher anwendbaren Schnelltests. Zum anderen begrüßen wir ausdrücklich, dass die Impfverordnung so angepasst werden soll, dass Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher noch höher priorisiert geimpft werden sollen. Dies ist zwingend erforderlich und muss schnellstmöglich umgesetzt werden. Darüber hinaus braucht es die umfassende Umsetzung des Hygienekonzepts, das am Montag von der Bundesbildungsministerin Karliczek vorgestellt und unter Mitwirkung des VBE entstanden ist. Wird dieses Gesamtpaket nicht eingehalten, sind die beschlossenen Öffnungen Experimente auf den Schultern der Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher.“

Stufenplan mit einheitlichen Indikatoren

„Wir halten es weiterhin für unabdingbar, dass bundesweit bei einem vergleichbaren Infektionsgeschehen vor Ort auch die gleichen Maßnahmen ergriffen werden. Hier ist die Kultusministerkonferenz in der Pflicht, endlich Indikatoren zu definieren.“

Evaluierung

Vorsichtige Öffnungsschritte müssen unter Einhaltung eines Maßnahmenpaketes passieren: Abstand durch Wechselunterricht einhalten, lüften – auch unterstützt durch technische Geräte, Hygieneregeln umsetzen und medizinische Masken tragen. Dabei ist für uns Grundbedingung, dass nach zwei Wochen (also der maximalen Inkubationszeit) streng evaluiert wird, bevor weitere Schritte ergriffen werden.“

Virusmutation

„Hinzu kommt: Welche Auswirkung eine Ausbreitung der Virusmutation aus Großbritannien hat, ist ein nicht kalkulierbares Risiko. Und wir haben schon in Großbritannien gesehen, dass die Lage sich in kurzer Zeit ändern kann.“

Relation zu gesamtgesellschaftlichen Regelungen

„Die Politik stellt hohe Anforderungen an Gesellschaft und Wirtschaft, die vorgegebenen Regeln einzuhalten. In Schulen und Kitas, in denen sie Arbeitgeber ist, bleibt sie aber seit Beginn der Pandemie hinter diesen Maßstäben zurück und nimmt in Kauf, dass kein Abstand gehalten wird und sehr viele verschiedene Haushalte zusammentreffen. Mit Blick auf die fehlende oder nicht ausreichende Ausstattung der Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher mit medizinischen Masken ist das nicht hinnehmbar.“

vbe-redaktionsteam