„Nach Wochen der Ungewissheit sind wir im Schulbereich endlich an dem Punkt, dass es einen zwischen Bund und Ländern ausgehandelten Fahrplan gibt, der nun kleingearbeitet werden muss. Das schafft für alle Beteiligten ein Stück Sicherheit, bringt aber gleichzeitig riesige neue Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Alle an Schule Beteiligten brauchen jetzt vor allem hohe Verlässlichkeit und keine neuen Planungsunsicherheiten. Die Corona-Krise hat schonungslos die Defizite unseres Schulsystems offen gelegt. Diese gilt es jetzt in den Blick zu nehmen. Schäubles Vorschlag der Verkürzung der Sommerferien bringt zum jetzigen Zeitpunkt Unruhe, löst aber keines der eigentlichen Probleme. Wir brauchen jetzt nachhaltige Lösungen dafür, wie Kinder, die zuhause nicht ausreichend unterstützt werden können, schnell wieder aufschließen können. Die Debatte der letzten Wochen hat jedoch gezeigt, dass dies am besten durch die individuelle Förderung gelingen wird“, kommentiert Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE).

Er macht deutlich, dass die momentane Situation für alle belastend ist: „Lehrkräfte und Schulleitungen arbeiten seit Wochen am Limit. Auch für die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern wird es zunehmend schwer, weiter zuhause zu lernen. Deshalb ist es richtig und wichtig, dass sich bis zum 4. Mai 2020 nun bei den Kultusministerien, Gesundheitsbehörden, Schulträgern und nicht zuletzt den Schulen selbst alles um die Frage dreht, wie die schrittweisen Schulöffnungen unter Beachtung der zu erfüllenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen umzusetzen sind. Zudem wird zu organisieren sein, wie die Kinder, die noch im zuhause lernen, neben den Schülerinnen und Schülern, die bereits vor dem 4. Mai 2020 wegen abzuleistender Abschlussprüfungen in die Schulen kommen, weiter beim Lernen unterstützt werden können.“

vbe-redaktionsteam