Das Offenhalten der Förderschulen trotz des Überschreitens des Inzidenzwertes von 165 sorgt bei den Pädagoginnen und Pädagogen sowie bei Eltern für Unmut.

„Ihr persönliches Unverständnis und Ihre Sorge und auch die Ihrer Kolleginnen und Kollegen kann ich gut verstehen“, sagte Ludger Thieler, stellvertretender Landesvorsitzender und Lehrer an einer Förderschule.

Beim erstmaligen Lesen des Vollzugsschreibens von Frau Feußner vom 26. April 2021 ist dem VBE der Satz: „Ausgenommen davon sind die Abschlussjahrgänge und alle Schuljahrgänge der Förderschulen, diese Schülerinnen und Schüler verbleiben im Wechselunterricht.“, besonders aufgefallen. Weiterhin ist der Satz aus dem Schreiben zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes auch von Frau Feußner vom 22. April 2021 bemerkenswert. Hier steht: „Abschlussklassen und Förderschulen können durch die nach Landesrecht zuständige Behörde von der Untersagung ausgenommen werden.“

Welche genauen Hintergründe und Gedanken hinter diesen Sätzen und ihren Inhalten stehen, lassen sich schwer beurteilen. Doch im Kontext mit der bundesweiten Notbremse und den damit einhergehenden nächtlichen Ausgangsbeschränkungen, der Verpflichtung zu maximaler Homeoffice-Nutzung und der Schließung fast aller öffentlicher Einrichtungen steht eine Beschulung, wenn auch im Wechselunterricht, von Förderschülerinnen und Förderschülern im krassen Gegensatz zu den massiven Einschränkungen.

„Wie will man einem Schüler einer Förderschule erklären, dass sie oder er bei einer Inzidenz von über 165 in die Schule muss, aber sein Freund oder die Freundin aus der Regelschule nicht. Es gibt es etliche Schülerinnen und Schüler, die zu den vulnerablen Gruppen zählen. Diese benötigen einen besonderen Schutz und dürfen nicht durch solche Entscheidungen in ausgesprochen kritische Situationen gebracht werden“ so Thieler weiter.

Der VBE-Sachsen-Anhalt sieht diese Maßgabe und Entscheidung als sehr kritisch an und unterstützt alle Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Kolleginnen und Kollegen, die in diesem Zusammenhang Verantwortung und Weitblick zeigen.

vbe-redaktionsteam

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