Die Lehrkräfte des Landes Sachsen-Anhalt, insbesondere die älteren Lehrkräfte, sollen jetzt die spürbaren Folgen einer verfehlten Finanz- und Personalpolitik der vergangenen Jahre tragen.

Mit einem am 29.10.2019 verabschiedeten Kabinettsentwurf soll die Inanspruchnahme von Altersermäßigungsstunden von bisher ab dem 60 Lebensjahr dann erst ab dem 62 Jahre möglich werden. Dies wird begründet mit der Anhebung der Regelaltersgrenze von 65 auf 67 Jahren und dem zunehmenden Lehrkräftemangel. Weiterhin soll mit einer deutlichen Verbesserung die Bezahlung von geleisteten Mehrarbeitsstunden der Lehrerkräfte erfolgen.

Diese geplanten Änderungen der Verschiebung der Altersermäßigung in der jetzigen Form lehnt der VBE Sachsen-Anhalt strikt ab. Dagegen wird die die Verbesserung und Anpassung an die weitere tarifliche Entwicklung durchaus vom VBE Sachsen-Anhalt begrüßt.

„Hier wird das Ergebnis jahrzehntelanger verfehlter Finanz- und Personalpolitik auf dem Rücken der Lehrerinnen und Lehrer ausgetragen. Sie haben in genau dieser Zeit dafür Sorge getragen, dass den ganzen verschiedenen schulpolitischen und personalpolitischen Entscheidungen und Maßnahmen zum Trotz das System ,Schule und Bildung in Sachsen-Anhalt‘ erstens nicht gegen den Baum gefahren wurde und zweitens, die Absolventinnen und Absolventen in die Berufsausbildung oder in das Studium wechseln konnten“ so Torsten Wahl, Landesvorsitzender des VBE Sachsen-Anhalt.

„Mit Blick auf die steigende Zahl des vorzeitigen Beendens des Arbeitsverhältnisses vor Beginn der Altersrente muss eine andere Regelung gefunden werden. Außerdem haben die Lehrerinnen und Lehrer durch ihren Einsatz dem Land bisher durch das unverschuldete Ansammeln von Überstunden gemäß Flexi-Erlass und darüber hinaus einen enormen Vertrauens- und kostenfreien Finanzvorschuss (auch Kredit) gewährt“ so Wahl weiter.

Der VBE Sachsen-Anhalt fordert deshalb: Finger weg von den Altersermäßigungsstunden!

VBE Sachsen-Anhalt