„Die Studie zeigt signifikante Unterschiede zwischen Schulformen, der sozio-ökonomischen Herkunft und einem Migrationshintergrund. Nicht nur, dass durch alle drei Faktoren erneut aufgezeigt wird, dass es eine enge Kopplung von sozio-ökonomischem Status und den computerbezogenen Kompetenzen gibt – sie besteht seit 2013 fort und hat sich seither nicht signifikant verändert. Die Differenzen bleiben gleich. Das ist ein verheerendes Ergebnis. Zudem hat insgesamt ein Drittel der Jugendlichen nur sehr rudimentäre Kompetenzen. In aller Klarheit: Ein Teil der im letzten Jahr getesteten Jugendlichen wird nächstes Jahr den mittleren Schulabschluss machen und dann auf dem Arbeitsmarkt sein. Einem Arbeitsmarkt, auf dem heute schon ohne entsprechende computerbezogene Kompetenzen ein Vorankommen kaum gesichert ist. Durch die geringen Kompetenzen werden hier Lebenswege erschwert oder gar verbaut. Die Verantwortung hierfür muss die Politik tragen“, kommentiert Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) die heute erschienene Studie zu Kompetenzen von Achtklässlerinnen und Achtklässlern im Bereich des Umgangs mit Computern und digitalen Informationen.

Es zeigt sich, dass Schülerinnen und Schüler nicht wesentlich bessere computer-  und  informationsbezogene  Kompetenzen als 2013 haben. Das liegt unter anderem an der nicht vorhandenen Ausstattung, dem fehlenden technischen Support und der unzureichenden Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte. „Das sind aber keine neuen Erkenntnisse! Immer wieder zeigen wir in Studien die marode Situation der Schulen auf“, sagt Beckmann. So zeigte auch die repräsentative forsa-Umfrage unter Schulleitungen aus dem Frühjahr 2019, dass es nur an jeder dritten Schule in allen Klassen- und Fachräumen Zugang zum schnellen Internet und WLAN gibt. Und ebenfalls nur jede dritte Schulleitung sagt, dass es mindestens einen Klassensatz an digitalen Endgeräten für die Schülerinnen und Schüler gibt. Beckmann kritisiert die Länder: „Nach ICILS 2013 standen all diese Ergebnisse fest, die Entwicklungen gehen zu langsam. Drei Jahre nach der Verabschiedung der Digital-Strategie der Kultusministerkonferenz ist das Ergebnis von ICILS 2018 nicht hinnehmbar. Die Bundesbildungsministerin Karliczek und der KMK-Präsident Lorz haben Recht, wenn sie sagen, dass der Digitalpakt nun ein Schritt in die richtige Richtung ist. Aber er kommt viel zu spät – und müsste nachhaltiger sein und mehr Kosten abdecken. So kann man mit einer einmaligen Investition keine Wartungskosten zahlen und eine einmalige Investition sichert auch nicht die Weiterentwicklung pädagogischer Konzepte.“