Mit Beginn des neuen Schuljahres zeigt sich erneut ein deutliches Defizit in der Besetzung von Führungspositionen an öffentlichen Schulen in Sachsen-Anhalt.
Insgesamt sind 78 Schulleiterstellen unbesetzt, hinzu kommen 111 offene Posten für stellvertretende Leitungen. Besonders betroffen sind die Grundschulen: Dort fehlen derzeit 57 Schulleiterinnen und Schulleiter sowie 66 Stellvertretungen.
Auch weiterführende Schulen sind betroffen: An Gemeinschaftsschulen sind drei Stellvertreterstellen vakant, während an Gymnasien vier Schulleiter und fünf Stellvertreter fehlen.
Damit fehlt rund einem Viertel der Schulen eine feste Leitung.
Das Bildungsministerium wies darauf hin: Keine Schule ist ohne Leitung. „Die Leitung der Schulen mit vakanten Schulleitungsstellen wird durch beauftragte Lehrkräfte, durch die stellvertretenden Schulleitung oder durch die (stellvertretende) Schulleitung einer anderen Schule sichergestellt.“
Torsten Wahl, Landesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), weist darauf hin, dass die Schulleitung oft weit über ihre eigentlichen Aufgaben hinaus belastet wird. „Wenn zusätzlich noch Aufgaben aus dem Sekretariat, des Hausmeisters oder der Schulsozialarbeit übernommen werden müssen – und gleichzeitig Lehrkräfte fehlen – bleibt für strategische Schulentwicklung kaum Raum“, erklärt Wahl. Diese Überlastung sei an vielen Schulen inzwischen Alltag.
Die angespannte Personalsituation wird von vielen Schulleitungen als größte Herausforderung im Schulbetrieb gesehen. Eine bundesweite VBE-Umfrage aus dem Vorjahr zeigt: Rund die Hälfte der Schulleitungen würde ihren Beruf unter den aktuellen Bedingungen nicht weiterempfehlen.
vbe-redaktionsteam




