„Immer mehr Länder ziehen nach und beenden die Farce, Lehrkräfte nach der Schuhgröße der zu unterrichtenden Kinder zu bezahlen. A13/EG13 für alle Lehrkräfte ist essenziell, um den Beruf attraktiv zu gestalten und im Wettbewerb nicht nur mit anderen Schulformen, sondern auch anderen Bundesländern bestehen zu können. Außerdem ist es ein wichtiger Baustein, strukturelle Diskriminierung abzubauen, denn noch immer sind es zu fast 90 Prozent Frauen, die an Grundschulen arbeiten und damit schlechter bezahlt werden als Lehrkräfte an weiterführenden Schulen. Das Motto des Equal Pay Day 2019 ‚Wertsache Arbeit – Fair ist, wenn Gleiches gleich bewertet wird‘ unterstützt diese Forderung“, greift der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, die Kampagne des Equal Pay Day 2019 auf.

Die Bundessprecherin der VBE Frauenvertretung, Jutta Endrusch, macht auf einen weiteren Umstand aufmerksam: „Aufgrund ihres hohen Anteils an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen tragen Frauen maßgeblich zur Leistungsfähigkeit des deutschen Bildungssystems bei – und ohne Bildung kann keine andere wirtschaftliche Tätigkeit ausgeübt werden. Es ist also Zeit, die Arbeit der Kolleginnen entsprechend wertzuschätzen – und zwar sowohl in der Schule als auch in der Familie. Denn viele Lehrerinnen übernehmen neben ihrer Arbeit in der Schule noch Care Arbeit für ihre Kinder, Eltern, Schwiegereltern oder andere Familienangehörige. Um dieses gesellschaftlich wichtige Engagement zu unterstützen, braucht es Arbeitszeitregelungen, die das ermöglichen. Dazu zählt mittelfristig auch die Entwicklung und Erprobung von lebensphasen-orientierten Arbeitszeitmodellen. Aktuell haben wir aber das Problem, dass aufgrund des Lehrermangels Möglichkeiten gesetzlich vorgesehener flexibler Arbeitsformen nicht mehr genehmigt werden. Dazu zählen je nach Bundesland z. B. die voraussetzungslose Teilzeit, Familienpflegezeiten oder Beurlaubung und Sabbatjahr. Es kann nicht sein, dass hier wieder einmal politische Fehlplanungen auf dem Rücken der überwiegend weiblichen Beschäftigten im Bildungsbereich ausgetragen werden.“