Obgleich auch in der Politik die einsichtigen Stimmen zuletzt lauter wurden, dass es für Schule endlich verbindliche, bundeseinheitliche, evidenz- und indikatorbasierte Regelungen braucht, liefert das Ergebnis der Kultusministerkonferenz wieder einmal das Gegenteil. Statt eines Beitrags zur Rückgewinnung von Vertrauen in der Gesellschaft, für Halt und Orientierung und den Schutz von Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern nimmt das Schauspiel weiter seinen Lauf: Wildwuchs, Klappe, die nächste“, kommentiert der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, die heutigen Ergebnisse der Kultusministerkonferenz (KMK).

„Dass es anscheinend immer noch Bundesländer gibt, die Schulen in Hochinzidenzgebieten offenhalten wollen, ist unverantwortlich. Wir wissen: Seitdem die Schulen geöffnet sind, steigen im Alterssegment der Schülerinnen und Schüler, gerade bei Jüngeren, die Neuinfektionen rapide. Man muss fast den Eindruck haben, dass mit der Gesundheit von Lehrkräften, Kindern und Jugendlichen in einigen Ländern eine Form russisches Roulette gespielt wird“, so Beckmann. „Der VBE fordert endlich genaue Definitionen, wann Schulen, – ganz oder teilweise – zu schließen sind, um den Schutz aller zu gewährleisten. Solange nicht alle Lehrkräfte ein Impfangebot bekommen haben, muss bei Inzidenzen über 50 zudem zwingend der Wechsel zwischen Distanz- und Präsenzunterricht (halbe Lerngruppen) gelten. Nur so ist eine Einhaltung der AHA+L-Regel überhaupt möglich. Zudem ist verbindlich sicherzustellen, dass an Schulen mindestens zwei Mal pro Woche getestet wird. Dabei muss klar sein: Medizinische Aufgaben gehören in medizinische Hände! Nur fachkundiges externes Personal kann diese Tests durchführen. Zudem muss es klare und handhabbare Vorgaben für Schulen geben, die sichere Testungen und das Vorliegen der Ergebnisse vor Schulbeginn gewährleisten. Die Behauptung, seit einigen Wochen würde in großem Umfang in den Ländern getestet, steht mit der Realität nicht im Einklang“, so Beckmann weiter.

„Die Hoffnung und Erwartung des VBE liegt jetzt auf dem kommenden Montag. Die Kanzlerin und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten müssen Ihrer Verantwortung gerecht werden und dort Klarheit schaffen, wo heute Unklarheit geblieben ist. Und diese Klarheit muss dann von den Ländern verbindlich mitgetragen werden. Damit es nicht wieder nach ein paar Tagen heißt: Wir stehen selbst enttäuscht und sehen betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen.“

vbe-redaktionsteam