Zum heute veröffentlichten Bildungsbericht 2018 kommentiert Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE): „Es gibt mehr Schülerinnen und Schüler. Von denen gleichzeitig mehr höhere Schulabschlüsse erreichen, sie verbleiben somit auch länger im Bildungssystem. Zusätzlich steigt die Heterogenität der Schülerschaft stetig an. Es gibt also sowohl quantitativ als auch qualitativ begründet einen sehr hohen Mehrbedarf an Lehrkräften. Und der kann schlicht nicht gedeckt werden. Wir befinden uns unbestritten in Zeiten eines massiven Lehrermangels. Dringlichste Frage muss daher sein, wie wir endlich ausreichend originär ausgebildete Lehrkräfte ins System bekommen. Die Antwort bleibt die Politik bisher schuldig.“

Alle Beteiligten betonten die steigende Heterogenität und die damit verbundenen Herausforderungen für das Schulsystem. Trotz allem zeigt sich aber auch, dass das selbst gesetzte Ziel, 10 Prozent des BIP für Bildung auszugeben, nicht erreicht wurde. Der VBE-Bundesvorsitzende sagt dazu: „Der Bildungsbericht 2018 bestätigt, was wir täglich in den Schulen erleben. Es ist gut, dass die Politik die Probleme nun schwarz auf weiß hat. Fakt ist: Die Schere geht auseinander. Es kommen mehr Schülerinnen und Schüler zu höheren Bildungsabschlüssen, es gelingt aber nach wie vor nicht, alle mitzunehmen. Wir brauchen dringend mehr Breitenförderung. Das geht nur mit hochwertig originär ausgebildeten Lehrkräften und mit der Unterstützung durch weitere Professionen. Dafür braucht es Investitionen, keine Absichtserklärungen.“

Auf der Pressekonferenz bezeichnete der Präsident der Kultusministerkonferenz, Helmut Holter, die Ergebnisse des Berichts als „Weckruf an die Politik“ und betonte, dass es weiterhin nicht gelänge, die Abhängigkeit des Bildungserfolgs von dem sozio-ökonomischen Hintergrund abzukoppeln. Beckmann sagt: „Es bleibt ein Armutszeugnis für die doch eigentlich ausgerufene ‚Bildungsrepublik‘, dass der Bildungserfolg der Eltern eine so hohe Korrelation zum Bildungserfolg der Kinder hat.“ Der Bericht zeigt, dass nur ein Viertel der Kinder von Eltern ohne Abitur ein Studium ergreifen, aber 79 Prozent der Kinder von Akademikereltern.

Das DIPF empfiehlt, dass sich die Länder über Qualitätsmaßstäbe verständigen, eine höhere Durchlässigkeit fördern und die koordinierte Steuerung als gemeinsame Gestaltungsaufgabe verstehen. „Die formulierten Handlungsbedarfe klingen wie die Agenda für den Nationalen Bildungsrat. Die Politik sollte das ernst nehmen und ihre Bemühungen in dieser Richtung sehr viel mehr verstärken,“ betont Beckmann.

vbe-redaktionsteam