Login

20. Frühjahrsfahrt des Kreisverbandes Bildung und Erziehung Schönebeck

Das diesjährige Ziel unserer VBE-Fahrt war das schöne und kleine Harzstädtchen Hahnenklee.

Die relativ kurze Anreise gestattete uns, einen Zwischenstopp im Kloster Wöltingerode einzulegen.

Das 1174 erbaute Kloster mit modernem Hotel, Kirche, Kräutergarten und Wildgehege wurde erkundet. Unser Ziel aber war die Klosterbrennerei von 1682. Nach kurzem Einführungsvortrag mit der Erwähnung aller Vorzüge der Brennerei, wie die Verarbeitung des selbst angebauten Getreides oder das sehr gute Brunnenwasser, wurden wir zum Probieren eingeladen. Wir ließen uns durch den Leitspruch der Brennerei: „Soll es was Besonderes sein, schenke einen Wölti ein“ gern animieren. Bis Hahnenklee wurde dann im Bus gesungen.
Im Hotel angekommen, wurde ein reichhaltiges Grillbüfett serviert. Die Hotelchefin, die vor  der politischen Wende Oberbürgermeisterin der Stadt Goslar war, lud uns zu einer historischen Fernsehaufzeichnung des ZDF „Sonntagskonzert aus Goslar“ aus dem Jahre 1988 ein. Wir sollten mit dem Fernsehbeitrag einen Vorgeschmack auf den Besuch am folgenden Tag bekommen.
Der begann mit einer geführten Bustour durch die Stadt Goslar. Anschließend setzten wir den Rundgang durch die alten und engen Gassen zu Fuß und bei einsetzendem Nieselregen fort. Die Gästeführer haben es aber ausgezeichnet verstanden, uns immer wieder mit interessanten Hinweisen zur Stadtgeschichte und mit kleinen Episoden bei guter Laune zu halten. So erfuhren wir, dass Männer in früherer Zeit häufig Ohrringe trugen und bei kleinen Delikten damit betraft wurden, dass diese Ringe herausgerissen wurden, ohne sie zu öffnen. Der Begriff „ Schlitzohr“ war geboren. Höhepunkt des Vormittags war der Besuch der Kaiserpfalz. Der Kaiser hielt sich mit seinem Gefolge von über 2000 Bediensteten sehr oft in Goslar auf. Die Gäste mussten dann von den Bürgern der Stadt versorgt werden. Vielleicht kommt daher auch die altertümliche Weisheit, dass Fisch und Besuch vom dritten Tag an zu riechen beginnen.
Nach einer erholsamen Mittagspause besuchten wir noch das Weltkulturerbe-Besucherbergwerk „Rammelsberg“, in dem die Förderung von Erzen im Jahre 1988 nach über 1000 Jahren eingestellt wurde. Es wurden Kupfer-, Blei- und Zinkerze abgebaut. Auch Gold und Silber wurden in geringen Mengen gefunden.
Von den Mitreisenden wurde die sich anschließende  Freizeit unterschiedlich genutzt.
Einige erholten sich bei einer Tasse Kaffe, andere nutzten das große Hotelschwimmbad oder die Sauna. Am Abend musste man für die Tanzparty wieder fit sein.
In Hahnenklee sagt man, wer die Holzkirche in Hahnenklee nicht gesehen, ist nicht in unserem Kurort gewesen.

Folglich wanderten wir am nächsten Morgen über die Hauptstraße des gepflegten Ortes zur Holzstabkirche. Per Tonband erhielten wir die wichtigsten Informationen. So auch, dass man sich im Jahre 1907 keine teure Kirche aus Stein erlauben konnte und deshalb entschied, eine Kirche aus heimischem Baumaterial zu erbauen. Nun ist diese „preiswerte“ Kirche zu einem Touristenmagnet dieser Region geworden.
Zur Weiterfahrt nach Duderstadt stand bereits der Bus vor der Kirche.
In recht kurzer Zeit wurde das historische interessante Städtchen erreicht. Die Gästeführer warteten schon auf uns, denn sie wollten uns bei einem kleinen Rundgang die herrlichen Fachwerkhäuser zeigen. Das Ensemble der aus mehreren Jahrhundert stammenden Fachwerkhäuser mit den eigenartigen Verzierungen, Neidköpfe mit herausgestreckter Zunge, krumme und oft mit Ornamenten geschnitzte Balken im mittelalterlichen Stadtzentrum hat uns erfreut. Interessant war auch, dass an diesem Sonntag der Frühlingsblumenmarkt stattfand und über 100 Stände aufgebaut waren. Manch VBE-Freund konnte dieser Versuchung, etwa eine Pflanze oder eine regionaltypische luftgetrocknete Salami (Stracke genannt) zu  kaufen, nicht widerstehen.

Nun stand die Besichtigung des Klosters Walkenried auf dem Programm.

Das für 3,7 Millionen Euro hergerichtete Zisterzienserkloster ist eine touristische Attraktion geworden. In Bildern und Schauvitrinen erfährt der Besucher vieles aus dem Leben der tiefgläubigen, aber auch sehr geschäftstüchtigen Mönche. Das Kloster Walkenried ist 1129 gegründet worden und ist heute eines der größten und innovativsten Klostermuseen Europas. Davon konnten wir uns bei einer beeindruckenden Führung überzeugen.

Den Abschluss der dreitätigen VBE-Frühjahrsfahrt bildete ein traumhaftes Abendbufett in der Gaststätte am Löderburger See. Der Löderburger See, eine ehemalige Kohlengrube,

ist heute das Naherholungsgebiet  mit Schwimmbad und Wasserskianlage.

VBE- Kreisverband Schönebeck

Dietrich Schnock

  StartseiteSitemapKontaktDruckansicht