„Schon unsere repräsentative forsa-Umfrage zu Beginn der Schulöffnungen im Mai 2020 zeigte, dass 74 Prozent der Lehrkräfte gerne freiwillig regelmäßig auf das Corona-Virus getestet werden würden. Dies unterstützt ein positiveres, subjektives Sicherheitsgefühl. Bestmöglicher Schutz kann aber nur durch effektive Maßnahmen geboten werden. Deshalb fordern wir die Politik dazu auf, beständig entsprechend der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu prüfen, was umgesetzt werden muss, damit die Lehrenden und Lernenden ein höchstmöglich sicheres Umfeld an der Schule geboten bekommen“, kommentiert der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, zu der heute von der Initiative „Wir testen“ veröffentlichten Civey-Meinungsumfrage.

Demnach haben 63 Prozent der Befragten große Sorge, dass sich Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte mit dem Corona-Virus im Schulbetrieb anstecken könnten. Fast 64 % sehen deshalb in regelmäßigen, freiwilligen Corona-Tests an Schulen eine sinnvolle Methode, um die Gesundheit von Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften zu schützen.

Mit dem Blick auf zu ergreifende Infektionsschutzmaßnahmen verweist Beckmann auf viele offene Fragen und fehlende Standards. Die Schutzwirkung und der Einsatz von Masken werde in den Bundesländern sehr unterschiedlich bewertet. Auch für die Einteilung in Risikogruppen und die daraus abzuleitenden Konsequenzen gebe es keine einheitlichen Richtlinien. Beckmann fordert: „Es braucht abgestimmte Standards, die in einem Stufenkonzept greifen. Nur die Transparenz über die Bewertung der Maßnahmen und die Kombination mit der Entwicklung der Infektionslage, also ab wann welche Maßnahmen umgesetzt werden, schafft Akzeptanz.“ Immer deutlicher werde zudem, dass der Einsatz von Luftfiltern in Schulen eine geeignete Möglichkeit sein könne, den Unterricht auch im Herbst und Winter, wenn das Lüften nicht mehr in hoher Quantität erfolgen kann, zu sichern. „Ob dies praktikabel ist und flächendeckend schnell umgesetzt werden kann, bleibt zu prüfen. Der Umbau darf aber nicht aus finanziellen Abwägungen heraus nicht empfohlen werden. Eher noch müssten sich die Länder schnell mit der Anfrage um Unterstützung der Investition an den Bund wenden, der mit Art. 104c GG die Möglichkeit hat, solche Projekte zu fördern“, fordert Udo Beckmann.