Im Vorfeld der 362. Kultusministerkonferenz ist bekannt geworden, dass der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Helmut Holter, Wort gehalten und das Thema „Gewalt gegen Lehrkräfte“ auf die Tagesordnung gesetzt hat.

„Dass die Kultusministerkonferenz sich dem Thema zuwendet, ist der Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit des VBE zu verdanken. Endlich wird hier das Problem auf den Tisch gepackt und hoffentlich auch angegangen“, so der Landesvorsitzende Torsten Wahl.

Der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, verbucht das Aufnehmen des Themas „Gewalt gegen Lehrkräfte“ auf die Tagesordnung als Erfolg des VBE: „Wir haben dieses Thema in den letzten Jahren durch die von uns in Auftrag gegebenen Umfragen, politischen Initiativen, Anfragen an die Kultusministerien und die Herausgabe einer Servicebroschüre für Lehrkräfte beharrlich auf die politische Agenda gesetzt. Das hat gewirkt. Mit den neuen Zahlen der repräsentativen forsa-Schulleiterumfrage, die wir ebenfalls in Auftrag gegeben und im Mai 2018 veröffentlicht haben, geben wir der KMK solide Fakten an die Hand. Sie zeigen: In den letzten fünf Jahren gab es an jeder zweiten Schule psychische Gewalt gegen Lehrkräfte, an jeder dritten physische. Nun wird es darauf ankommen, dass die Ministerinnen und Minister die Alarmsignale ernst nehmen und entsprechend handeln. Lehrkraft und Schulleitung müssen die volle Unterstützung des Dienstherrn erhalten – unter anderem unbürokratische und schnelle Hilfe nach einem Gewaltvorfall.“

Außerdem fordert der VBE das Führen und Veröffentlichen von Statistiken zu Vorfällen von Gewalt gegen Lehrkräfte. Entsprechend der Antworten aus den Kultusministerien, welche der VBE auf Anfrage erhalten hat, sind immer noch nicht alle dazu bereit. „Fadenscheinige Argumente, wie eine angeblich höhere Tabuisierung des Themas, lassen wir nicht gelten. Im Gegenteil: Wir sind der festen Überzeugung, dass nur Transparenz über Vorfälle zur Ent-Tabuisierung des Themas und zu einer optimalen Prävention je nach Gefährdung beiträgt“, sagt Beckmann.

Der Verband sieht zudem eine enge Abhängigkeit zwischen unzureichenden Gelingensbedingungen in den Schulen und der hohen Aggressivität in Sprache und Umgang. Beckmann fordert: „Wir brauchen massive Investitionen in die Bildungsinfrastruktur, damit Lehrkräfte durch multiprofessionelle Teams mit Schulpsychologen, Schulsozialarbeitern und weiteren Fachkräften unterstützt werden können und ein lernförderliches Umfeld geschaffen werden kann. Zudem müssen die Lehrkräfte auf die Anforderungen im Schulalltag in der Ausbildung besser vorbereitet und im Schuldienst stetig fort- und weitergebildet werden.“

vbe-redaktionsteam