Informationen des Lehrerhauptpersonalrats für Förderschulen 02/2008

,
Informationen des Lehrerhauptpersonalrats für Förderschulen 02/2008

Erlass „Ambulante und mobile Förderung“

Der Erlass zur ambulanten und mobilen Förderung ist nach einer fast einjährigen Diskussion zwischen dem Kultusministerium und dem LHPR veröffentlicht worden. Dennoch ist es kein gemeinsames Ergebnis!

Notwendig wurde ein neuer Erlass durch die Änderung des Schulgesetzes und der daraus resultierenden Aufgabe, Förderzentren aufzubauen.

Gelungen ist dem Kultusministerium die Festlegung von Standards bezüglich der räumlichen und sächlichen Ausstattung, die von den eingesetzten Lehrkräften auch eingefordert werden kann. Ob der Schulträger jedoch finanziell in der Lage ist, diesen Anforderungen gerecht zu werden, bleibt offen. Das Kultusministerium vertritt die Meinung, dass bei dem Aufbau eines Förderzentrums (wozu auch der ambulante und mobile Dienst gehört) der Schulträger einzubeziehen ist und seine Zustimmung geben muss. Daher kennt er die vorgegebenen Standards und ist gehalten, diese zu erfüllen.

Vereinfacht wurden zum Teil auch die Anforderungen an die Lehrkräfte, die ambulante und mobile Dienste wahrnehmen. Bedarfsbedingt arbeiten an den Förderschulen rund die Hälfte der Lehrkräfte ohne sonderpädagogische Ausbildung.

Dieser Zustand wird sich in absehbarer Zeit nicht verändern, da Angebote für berufsbegleitende Studiengänge fehlen und zuwenig junge Kolleginnen und Kollegen eingestellt werden. Daher können nach o.g. Erlass nun auch Lehrkräfte ohne sonderpädagogische Ausbildung aber mit mehrjährigen Erfahrungen in der sonderpädagogischen Förderung für den ambulanten und mobilen Dienst eingesetzt werden. Bei entsprechendem Nachweis an Fort- oder Weiterbildungen gilt das auch für Lehrkräfte kooperierender Schulen eines Förderzentrums.

Ist es notwendig, pädagogische Mitarbeiterinnen – hierzu zählen auch diejenigen mit therapeutischen Aufgaben – in die Förderangebote einzubeziehen, bedarf es nicht mehr der Genehmigung durch das Kultusministerium.

Auf Drängen des LHPR bezüglich der Reisekostenabrechnung, teilte das Kultusministerium in einem Erlass mit, dass aufgrund des erheblichen dienstlichen Interesses die „große Wegstreckenentschädigung“ gezahlt wird. Ebenso ist beim gemeinsamen Unterricht zu verfahren.

Entschieden wendet sich der Lehrerhauptpersonalrat gegen die Streichung der Anrechnungsstunden, die Lehrkräfte im ambulanten und mobilen Dienst bisher erhalten haben. Angesichts des Zusammenschlusses von Schulen in Förderzentren, deren Aufbau und Koordination von allen beteiligten Lehrkräften überdurchschnittliches Engagement abverlangt, ist es seitens des Kultusministeriums unverantwortlich, Anrechnungstatbestände zu streichen.

Die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen ist sehr wohl umfangreicher geworden, da sich einerseits die diagnostischen Verfahren erweitert und gerade in der mobilen Förderung die Wegstrecken z.T. erheblich verlängert haben.

Den betroffenen Lehrkräften wird durch die Streichung der Anrechnungsstunden das Gefühl vermittelt, dass ihre Arbeit nicht so von dienstlichem Interesse ist, wie es sich das Land Sachsen-Anhalt auf die Fahnen geschrieben und in der Öffentlichkeit vertreten hat.

Ebenso wenig kann der Lehrerhauptpersonalrat akzeptieren, dass aus dem landkreisbezogenen Kontingent Stunden herausgelöst werden, um mit diesen Stunden koordinierende Schulleiter und Schulleiterinnen an Basisförderschulen zu entlasten. Sehrwohl forderte der LHPR auch Anrechnungsstunden für die Koordination, doch sie dürfen keinesfalls aus diesem Kontingent stammen. Die Argumentation des Kultusministerium, dass die Stunden für ambulante und mobile Angebote nie völlig ausgeschöpft werden und somit der o.g. Tatbestand gerechtfertigt wird, ist nicht nachvollziehbar. Vielmehr sollte das Kultusministerium die Gründe suchen, weshalb diese Stunden nicht abgerufen werden können. Die unzureichende Unterrichtsversorgung, hervorgerufen durch Mangel an Lehrkräften in Förderschulen, ist hier als wesentlichste Ursache zu sehen.

Trotz einer schriftlichen Stellungnahme zum Erlass durch den LHPR war das Kultusministerium nicht zu weiteren Gesprächen bereit.

Mike Tomaschewski (FG Förderschulen)

Ausbildung an den Schulen endlich honorieren

Bisher war es Praxis, dass Lehrerinnen und Lehrer, die Praktikantinnen, Anwärterinnen oder Referendarinnen in den Schulen betreuten, kaum Anerkennung für diese Tätigkeit bekamen. Oft wurde der eigene Unterricht für die Auszubildenden zur Verfügung gestellt und die Stunden als Minderstunden angerechnet. Da sich die Universitäten in Halle und Magdeburg befinden, waren besonders die Lehrkräfte im Umkreis betroffen.

Der LHPR hat mit einem Initiativantrag durchgesetzt, dass wenigstens ein Teil des eigenverantwortlichen Unterrichtes den Schulen als Anrechnungsstunden zur Verfügung steht. Wir konnten uns mit dem Kultusministerium auf den folgenden Wortlaut einigen:

„Kapazitäten, die durch den eigenverantwortlichen Unterricht der Referendarinnen, Referendare, Anwärterinnen und Anwärter zu Verfügung stehen, verbleiben im ersten Ausbildungsjahr vollständig und im zweiten Ausbildungsjahr im Umfang von zwei Stunden pro Auszubildenden als Kontingent zweckgebunden für die Ausbildung an der Schule.“

Damit haben die Schulen die Möglichkeit, diese Stunden an die Kolleginnen und Kollegen, die sich in der Ausbildung engagieren zu vergeben.

Eva Gerth (Vorsitzende)

Reisekosten bei Schulfahrten

Schulfahrten sind für Lehrkräfte Dienstreisen im Sinne des Bundesreisekostengesetzes und unterliegen somit dem Reisekostenrecht. Das Kultusministerium hat die Erstattung von Reisekosten in einem Erlass geregelt (RdErl. des MK vom 17.10.2002 – 24-82021 in der Fassung der Zweiten Änderung durch RdErl. des MK vom 21. 12. 2006, SVBl. LSA 01/2007). Dabei werden im Gegensatz zu sonstigen Dienstreisen die Pauschalen für Verpflegung und Übernachtung gekürzt (Punkt 2 des Erlasses). Entstandene Fahrtkosten werden dagegen wie bei sonstigen Dienstreisen erstattet. Eintrittsgelder für Theater, Museen und andere Einrichtungen werden erstattet, wenn die Veranstaltungen schulfachlich notwendig sind.

Ein Verzicht auf Reisekosten gemäß Punkt 6 des Erlasses ist nur auf ausdrücklichen Antrag der betroffenen Lehrkräfte möglich. Ein pauschale Forderung auf Verzicht der Reisekosten ist nicht zulässig. Auch der Antrag auf Verzicht der Erstattung der Kosten ist als Ausnahme und nicht als Regelfall zu betrachten.

Der LHPR weist auch darauf hin, dass zu den Schulfahrten auch eintägige Veranstaltungen wie Projekttage oder Theaterbesuche zählen.

David Penke (FG Gymnasien)

Arbeit der Fachmoderatoren anerkennen

Seit Mitte des vergangenen Jahres weist der Lehrerhauptpersonalrat das Kultusministerium darauf hin, dass dringend eine Neuregelung für die Arbeit der Fachmoderatoren notwendig ist.

Aufgrund der derzeitigen Bedingungen für die Arbeit der Fachmoderatoren an Grund-, Sekundar- und Förderschulen konnten längst nicht alle Stellen besetzt werden. Viele Kolleginnen und Kollegen spüren, dass diese Fülle an Aufgaben und die weiten Fahrwege nicht einfach nebenher mit derartig geringen Anrechnungsstunden zu bewältigen ist. Verständlich, dass sie nicht mehr bereit sind, die Stelle zu übernehmen. Umso prekärer wird die Situation für die schon berufenen Fachmoderatorinnen und Fachmoderatoren. Dazu kommt, dass die Fachbetreuerinnen und Fachbetreuer an Gymnasien und BbS zwar ebenfalls zu wenig Anrechnungsstunden bekommen, jedoch Funktionsstellen innehaben. Eine derartige Ungleichbehandlung der Schulformen bei den gleichen Aufgabenstellungen ist nicht hinnehmbar.

Der Lehrerhauptpersonalrat fordert eine Regelung für Grund-, Sekundar- und Förderschulen, die die engagierte Arbeit der Fachmoderatorinnen und Fachmoderatoren endlich anerkennt. Immerhin basiert eine Säule des Fortbildungssystems für Lehrkräfte in Sachsen-Anhalt auf ihrer Arbeit, die regionale Fortbildung. Möglich wären Funktionsstellen, mehr Stellen oder einfach mehr Anrechnungsstunden.

Das Kultusministerium prüft den Sachverhalt. Eine Regelung ist zugesagt.

Eva Gerth (Vorsitzende)

Mit freundlichen Grüßen

Eva Gerth Mike Tomaschewski

Vorsitzende FG Förderschulen

Fähigkeiten

Gepostet am

27. Januar 2008

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.