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Landesvertretertag hat neuen Vorstand gewählt

Am 26.08.2017 trafen sich die Vertreterinnen und Vertreter der Kreis- und Regionalverbände des Verbandes Bildung und Erziehung zu ihrem turnusmäßigen Landesvertretertag im Europa-Rosarium Sangerhausen.

Zu Beginn der Veranstaltung bedankte sich der scheidende Landesvorsitzende Helmut Pastrik persönlich bei seinen Kolleginnen und Kollegen sowie bei allen anderen Mitgliedern des VBE Sachsen-Anhalt für ihre Unterstützung in der vergangenen Legislaturperiode.

In seinem Geschäftsbericht ging Helmut Pastrik auf verschiedene Schwerpunkte der Arbeit in den vergangenen vier Jahren ein.

In den Tarifverhandlungen 2015 hat der VBE gemeinsam mit dem dbb beamtenbund und tarifunion endlich den Durchbruch für eine Entgeltordnung für Lehrkräfte geschafft, an der in den nächsten Jahren sicher noch gebaut werden muss und der eine oder andere Stein noch einmal umgedreht werden muss. Die Partnerschaft in den Nordverbänden war die Grundlage für viele gemeinsame Projekte. Sachsen-Anhalt hat sich in diesem Jahr auf den Weg gemacht, um eine Digitale Agenda zu erarbeiten. Hier ist der VBE schon seit mehreren Jahren aktiv – nicht mit großen Plänen und Diskussionen, sondern hat seinen Mitgliedern in Zusammenarbeit mit co.Tec mit der Software MasterTool und MyBookMachine praxistaugliche Unterrichtssoftware in die Hand gegeben. An der erst vor wenigen Monaten durchgeführten Aktualisierung der forsa-Umfrage zur inklusiven Bildung hat der VBE sich beteiligt. Erstmalig wurde eine Auswertung auch für das MDR-Sendegebiet angeboten. Der Thüringer Lehrerverband und der VBE Sachsen-Anhalt haben diese Chance genutzt und konnten nun erstmalig auch die Forderungen und Argumente mit belastbarem Zahlenmaterial unterlegen.

Mit der Wahl des neuen Landesvorstandes erreichte der Landesvertretertag einen weiteren Höhepunkt.

Als neuer Landesvorsitzender wurde Torsten Wahl gewählt.

Seine Stellvertreter sind Kerstin Bode, Torsten Salomon sowie Ludger Thieler. Als Schatzmeisterin wurde erneut Steffi Scholle gewählt.

Als Kassenprüfer wurden Annett Gottschalk, Bernd Richter und Steffi Wagener wiedergewählt.

In seiner Ansprache umriss der neue Vorsitzende die dem neuen Vorstand vorliegenden Aufgaben.

Dazu gehören die Suche nach Lösungen und Gestaltungen solcher Fragen wie weiter in der Bildung in unserem Bundesland. Wie kann der zunehmende und gravierende Mangel an pädagogischem Fachpersonal, und dazu gehören nicht nur Lehrerinnen und Lehrer, so abgefedert werden, dass zum einen noch Schulbildung mit all ihren Facetten und zum anderen auch das Arbeiten für uns und unsere zukünftigen Kolleginnen und Kollegen noch erträglich bleibt. „Wie können wir als Bundesland attraktiv werden, um entsprechend gut ausgebildete Kolleginnen und Kollegen zu gewinnen. Ich sage dass nicht nur mit Blick auf die Arbeitsbelastung“

Eine Möglichkeit ist die Fort- und Weiterentwicklung der Lehrerentgeltordnung für die Tarifbeschäftigten. Aber auch die verbeamteten Kolleginnen und Kollegen dürfen nicht vergessen werden. Gerade für diese kommen auch bestimmt nicht unbedingt rosige Zeiten zu. Ist doch ihre Bezahlung und die Gestaltung der Rahmenbedingungen reine Ländersache. Und die Übertragung der Ergebnisse sollte auch stets zeitnah erfolgen. Wenn solche oder andere Entscheidungen, wie z. B. die Anzahl von Referendariatsstellen, die sich auf den Landeshaushalt auswirken, von diesem abhängig gemacht werden bzw. sind – dann brauchen wir uns nicht wundern. In den nächsten Jahren müssen zwingend die Stellen zur Ausbildung von pädagogischem Personal nach oben geöffnet werden. Die Ausschreibung an Stellen muss weiter flexibilisiert werden.

Ein weiteres wichtiges Thema, das alle schon seit mindestens 10 Jahren weniger oder mehr beschäftigt ist der gemeinsame Unterricht und die Inklusion. „Für die bisher erreichten positiven Ergebnisse darf es unter keinen Umständen ein Zurück hinter dem bisher erreichten geben. Das muss das Ministerium und das muss auch die Schulverwaltung begreifen. Es darf, wie jetzt sich anbahnend, kein „raus aus den Kartoffeln“ geben.“ Gemeinsamer Unterricht, inklusive Bildung – das sind hart erkämpfte politische und gesellschaftliche Ziele. Schulen, die gemeinsamen Unterricht nicht nur anbieten, sondern sich sogar auf den Weg zur inklusiven Bildung begeben, taten dies nicht aus Selbstzweck. Sie taten es aus einer gesellschaftlichen Verantwortung den Kindern und Eltern gegenüber. Das jetzt mehr oder weniger indirekt „zurückgerudert“ wird, ist ein Schlag ins Gesicht für alle Beteiligten und Betroffenen. Der  VBE darf dies nicht geschehen lassen.

Ein weiteres Feld, das der neue Landesvorstand mit zu bearbeiten, mit zu bestellen hat, ist das Feld der digitalen Bildung. Welcher Weg zur Bearbeitung beschritten werden kann, das zeigt der VBE Sachsen-Anhalt schon seit einigen Jahren. Es wurde nicht lange herumüberlegt, nachgedacht und diskutiert. Hier wurden Nägel mit Köpfen gemacht. So wie es jetzt aussieht, scheint das Land sich auch endlich zu bewegen.

„An dieser Stelle fordere ich die bildungspolitischen Sprecher der Fraktionen auf, sich dafür stark zu machen, dass unsere Schulen und unsere Lehrer im Land fit gemacht werden für die digitale Zukunft. Es kann nicht sein, dass an es den Schulen Computerkabinette gibt, die unsere Kinder und Jugendlichen mit Grauen an die Zeiten des einstigen wissenschaftlich-technischen Fortschritts erinnern, in denen sich die elektronischen Datenverarbeitungsmaschinen per Telefonleitung die Daten hin und her erzählten.“
Die Kinder und Jugendlichen verfügen über hochmoderne Geräte, wissen aber nicht was sie damit alles machen können. Weil es kaum jemanden gibt, der die Nutzungsmöglichkeiten erklären kann.

Im Verlauf der öffentlichen Veranstaltung wurde Helmut Pastrik in Anerkennung seiner mehr als 25-jährigen Arbeit im und für den AVP, später VBE Sachsen-Anhalt mit der Ehrenmitgliedschaft des VBE Sachsen-Anhalt geehrt. Für seine hervorragende Arbeit als Landesvorsitzender ernannte ihn der VBE Sachsen-Anhalt zum 1. Ehrenvorsitzenden.

Im Rahmen der öffentlichen Veranstaltung begrüßte der VBE Sachsen-Anhalt den Oberbürgermeister der Stadt Sangerhausen, Sven Strauß, den stellvertretenden dbb-Landesvorsitzenden, Ulrich Stock, den VBE-Bundesvorsitzenden, Udo Beckmann, und den Vertreter der VBE-Nordverbände und Ehrenmitglied des VBE Sachsen-Anhalt, Uwe Franke, sowie weitere Vorsitzende befreundeter VBE-Landesverbände.

 

Torsten Wahl,

VBE-Landesvorsitzender