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Der VBE Sachsen-Anhalt sieht Gefährdung der Bildungslandschaft Sachsen-Anhalts

Nach der Landtagswahl keimte bei Schülern, Eltern und Lehrern die Hoffnung auf eine punktuelle und stetige Verbesserung der personellen Bedingungen an den Schulen im Lande. Ziemlich genau ein Jahr später ist die Ernüchterung in die Lehrerzimmer eingekehrt.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Pressemitteilungen und Informationen für Schulleiter ist die landesweite Unterrichtsversorgung auf dem bisherigen Niveau im kommenden Schuljahr nicht mehr zu halten. Wieder aufwachsende Schülerzahlen – natürlich ein glücklicher Umstand, anstehende Altersabgänge, steigende Zahlen bei den Langzeiterkrankten, zu wenig neu eingestellte Kolleginnen und Kollegen, zusätzliche Bedarfe im Bereich des Vorbereitungsdienstes lassen das ohnehin schon brüchige Konstrukt der Unterrichtsversorgung wie eine angesägte Brücke wirken. Wird hier nicht umgehend und weitreichend eingegriffen, fällt sprichwörtlich die Unterrichtsversorgung ins Wasser.

Wenn dieser Umstand plötzlich und unerwartet auf die bildungspolitische Bühne getreten wäre, dann könnte man sicher noch an der einen oder anderen Stelle Verständnis für die prekäre Situation haben. Aber diese Missstände im Bereich der Unterrichtsversorgung sind hausgemacht. Fakten und Zahlen und Mahnungen des VBE Sachsen-Anhalt wurden über Jahre nicht wahrgenommen oder gehört.

Denkt eigentlich mal einer der Verantwortlichen an die Kinder und Jugendlichen in unseren Schulen. Sie sind unsere Zukunft und sie haben ein Recht auf eine gesicherte und qualitativ hochwertige Schulbildung.

Schon in den letzten Jahren gab es Kürzungen im Grund- und Sekundarschulbereich. Pflichtaufgaben wurden auf ein Minimum zusammengestrichen, Klassenstärken nach oben gefahren und Ganztagsangebote gekürzt. Wo soll dies noch hinführen?

Bildungspolitische Verfehlungen sind schon in den letzten Jahren auf den stark belasteten Rücken der Kolleginnen und Kollegen ausgetragen worden. Die absolute Schmerzgrenze ist erreicht. Wer über einen langen Zeitraum immer wieder auf Verschleiß fährt, wird in naher Zukunft bald ganz stehen bleiben.

Der VBE fordert für alle Kolleginnen und Kollegen, die in den Schulen des Landes tätig sind:

  • Keine Kürzungen bei den Stundenzuweisungen für den Unterricht unserer Schülerinnen und Schüler

  • Keine Kürzung bei den schülerbezogenen Stundenkontingenten

  • Keine Kürzung von Anrechnungsstunden von Lehrerinnen und Lehrern bzw. Funktionsstelleninhabern

  • Keine Erhöhung der Lehrerarbeitszeit

 

Wir erwarten stattdessen eine ausreichende und weitreichende Sicherstellung der Ausbildung von jungen Kolleginnen und Kollegen an den Universitäten und Ausbildungsseminaren des Landes sowie eine zukunftssichere Einstellungspolitik.

 

VBE-Landesvorstand