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VBE: Politik muss Ausstattung sichern

 

ifo-Bildungsbarometer 2017

Berlin, 14.09.2017

„Auch diese Studie bestätigt, dass die Gesellschaft hohe Erwartungen an die Politik hat, wie die Schulen auf das Thema ‚Bildung in der digitalen Welt‘ vorbereitet werden sollen. Dazu gehören sowohl die sächliche Ausstattung, wie auch die Vorbereitung des Personals. Außer vollmundigen Ankündigungen, siehe DigitalPakt Schule, bleibt die Politik bisher hinter ihren eigenen Ansprüchen zurück. Digitalisierung ist in aller Munde, verändert unsere Lebens- und Arbeitsgewohnheiten schon heute. Natürlich möchte die Gesellschaft, dass auch die Schule von den neuen Möglichkeiten profitiert. Was die Politik aber momentan treibt, nämlich ständig Erwartungen zu schüren, sich dann aber zurückzulehnen, ist schlichtweg unterlassene Hilfeleistung. Mit ihrem Vorgehen provoziert die Politik geradezu den Unmut zuungunsten der Lehrerschaft“, kommentiert Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), die Ergebnisse des heute erschienenen ifo-Bildungsbarometers.

Laut der repräsentativen Studie unter 4.000 Deutschen soll mehr Geld in Bildung investiert, die Finanzierung der digitalen Ausstattung durch den Bund bereitgestellt werden (80 Prozent stimmen zu) und die Maxime gelten „je kleiner, desto weniger“ – die Hälfte der Befragten stimmt zu, Medienkompetenz schon in der Grundschule zu vermitteln, ab der Sekundarschule gibt es eine 90-prozentige Zustimmung hierzu. Beckmann verweist auf die vom VBE in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfragen: „Das ifo-Bildungsbarometer bestätigt weitgehend unsere Ergebnisse. Die Ausstattung fehlt, die Politik sollte sie finanzieren und der Primat des Pädagogischen muss gelten. Mediennutzung sollte in einem Methodenmix eingesetzt werden – aber nur, wo es sinnvoll ist, also zum Beispiel der Differenzierung dient.“

Ein Ergebnis sieht der VBE kritisch. Demnach hat sich die Meinung, für was investiert werden soll, verschoben. Sagten 2014 noch 64 Prozent der Befragten, es solle für kleinere Schulklassen investiert werden, sagen dies 2017 nur noch 53 Prozent. Dafür stieg der Anteil derer, welche die Ausstattung verbessert haben wollen, um 7 Prozent. Der Bundesvorsitzende warnt vor einem Trugschluss: „Mehr Computer bedeutet nicht, dass die Klassen so groß bleiben oder gar vergrößert werden können. Wir brauchen ein Umfeld in der Schule, dass Differenzierung, die Förderung aller Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten (Inklusion und Integration) und Raum für Erziehung und soziale Kontakte zulässt. Das geht nur, wenn die Lerngruppengrößen abgesenkt werden.“

Zudem setzt sich eine große Mehrheit der Befragten für verpflichtende jährliche Fortbildungen der Lehrkräfte zu Digital- und Medienkompetenzen ein. Beckmann stellt klar: „Es besteht kein ausreichendes Angebot für die Fortbildungen der Lehrkräfte. Zudem bleibt der VBE bei seiner Auffassung, dass diese umfangreichen Fortbildung innerhalb der Dienstzeit durch den Dienstherrn zu gewährleisten sind.“ 

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