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Große Wirkung, geringe Bezahlung: VBE fordert attraktivere Bedingungen für den Lehrerberuf

OECD „Bildung auf einen Blick 2017“

Berlin, 12.09.2017

 

Die monetär ausgedrückte Wertschätzung für Grundschullehrkräfte lässt in Deutschland deutlich zu wünschen übrig. Gerade Kinder im Grundschulbereich benötigen intensive pädagogische Begleitung, die von dafür besonders gut qualifiziertem Personal geleistet werden muss. Trotzdem die Primarlehrkräfte ein wissenschaftliches Studium abgeschlossen haben, zeigt die Studie ganz deutlich eine Diskrepanz bei den Gehältern. So verdienen Lehrkräfte im Primarbereich sechs Prozent weniger als andere Beschäftigte mit vergleichbaren Bildungsabschlüssen. Der VBE fühlt sich durch diese Bewertung bestätigt, dass es nicht nur angesichts des besonders hohen Lehrermangels in der Grundschule überfällig ist, die Bezahlung mit den Lehrkräften in der Sekundarstufe II gleichzustellen. Bildungs- und Erziehungsarbeit mit kleinen Kindern muss endlich die gleiche Wertschätzung erfahren, wie die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern in der Sekundarstufe II", kommentiert Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), die heute erschienene OECD-Studie "Bildung auf einen Blick".

Es zeigt sich, dass die Bedingungen für Sekundarschullehrkräfte attraktiver werden und der Anteil der Lehrkräfte über 50 Jahren in den letzten 10 Jahren um 7 Prozentpunkte gesunken ist. Das sind positive Signale. Wichtig ist nun, weitere Kraftanstrengungen zu unternehmen, damit alle Lehrkräfte gleichermaßen von guter Bezahlung und attraktiven Bedingungen an Schulen profitieren können. Die Wettbewerbsfähigkeit des Lehrerberufs muss in zwei Richtungen gesichert werden: einmal müssen überhaupt genügend junge Menschen motiviert werden, Lehrkraft werden zu wollen, und zum anderen müssen sich eben viele dafür begeistern lassen, gerade die Jüngsten zu fördern. Das geht nicht ohne entsprechende Anreize", erläutert Udo Beckmann.

Auch die KMK kommentierte die Zahlen der Studie. Demnach zeige der Bericht, dass die Einstiegsgehälter für junge Lehrkräfte besonders hoch seien. Uns zeigt das, dass sich die KMK trotz akuten Lehrermangels weigert, die Zeichen der Zeit zu erkennen, kommentiert der VBE-Bundesvorsitzende.

Die Stunden, die von Lehrkräften an der Schule verbracht werden, liegen bei allen Schularten oberhalb des OECD-Durchschnitts. Der VBE-Bundesvorsitzende stellt klar: Das enorme Engagement der Lehrkräfte muss wertgeschätzt werden. Sie sind es, welche die Bildungserfolge sichern. Hohe Beschäftigungsquoten, hohe Quoten an Studienabschlüssen, gelingende Integration: Das sind keine Zufallsprodukte, sondern Ergebnisse der Arbeit der Lehrkräfte in Deutschland." 

 

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